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Sie war ein Engel auf Erden, sie konnte fliegen ohne Flügel und siegen ohne Schwert.
Am 27.09 diesen Jahres starb mein altes Pflegepferd "Kira" bei ihrer Familie. Sie wälzte sich voller Vergnügen auf der rießigen Weide - und stand einfach nicht mehr auf.
Mit Kira hatte für mich im Winter 1997 alles begonnen. Sie war mein erstes Pflegepferd und auch das erste Pferd, bei dem ich mich in Sachen Bodenarbeit und Zirkuslektionen versuchte. Da Kira schon immer eine Grand Dame gewesen war - ob bei Menschen oder Pferden - lehrte sie mich sehr schnell was wo und wann in punkto Pferd funktionierte.
Mit ihr nahm ich an meinem ersten Freizeitreiterturnier teil, unternahm die ersten Reitversuche am Bosal und Halsring - und durch sie fand ich auch wieder Spaß am Ausreiten
Kira war mein Pflegepferd bis zum Januar 2000, als ich SHadow kaufte, doch auch darüber hinaus blieben Kira und ich dick befreundet.
Dann kam im Frühling 2001 der Schock - ihre Besitzerin hatte einen Reitunfall mit Kira im Reitunterricht, bei dem Kira sich am Bein verletzte und fortan lahmte. Weder Zeit noch Geld noch anscheinend LUST in die alte Würrtemberger Stute auch nur noch einen Cent zu investieren kam die Hiobs Botschaft - ab in die Wurst! Weil da kriegt man ja immerhin noch ein paar hundert Euro fürs Fleisch!
Ich setzte Himmel und Hölle in Bewegung um eine andere Lösung zu finden - doch binnen 6 Wochen "Gnadenfirst" mußte schon ein Wunder her.
Dieses Wunder kam mit der Redakteurin des Magazines "Pferde Heute". Seit 3 Jahren lief dort eine Serie über Bodenarbeit, bei der Kira das Hauptmodel gewesen war. Also setzten wir schnell in die aktuelle Ausgabe einen kleinen Sonderkasten unter "Ein Platz an der Sonne gesucht für Kira".
Kaum war das Magazin auf dem Markt meldete sich auch schon eine Familie, die an Kira Interesse hatte. Ihre Besitzerin und ich fuhren hin um uns den Hof und die Leute anzusehen. WIr waren uns schnell einig - hier würde Kira es gut haben.
4 Wochen später brachten wir Kira zu Familie Braschoß, wo sie fortan als Freitzeitpferd für Tracie, die Tochter des Hauses, ihr Rentnerdasein genießen sollte. Kira übernahm sofort das Regiment in der Herde und fand schnell in Ponydame Penny eine neue beste Freundin - waren ihre vorherigen Weggefährten doch schon alle gestorben.
Auch wenn ich mit Kira nun offiziell gar nichts mehr zu tun hatte, hegten Uta Braschoß, Tracie Braschoß und ich doch all die Jahre eien rege Korrespondenz und ich wurde immer per Brief, E Mail oder Anruf über "Kiras Abenteuer" informiert. Ich hatte stets den Eindruck daß Kira es nicht besser hätte treffen können. Sie war bei Menschen gelandet, die sie wirklich lieb hatten und auch alles für sie taten. Die Lahmheit war binnen weniger Monate kuriert und als Kira dann noch einen neuen Sattel bekam erlebte sie geradezu einen zweiten Frühling und nahm wieder voller Elan an Wanderritten und Trailturnieren teil.
Zu ihrem Geburtstag, Weihnachten und Ostern schickte ich Kira immer ein Päckchen mit ihren Lieblingsleckerlies und eine große Packung Fisherments Friends - mag sentimental sein, doch Kira hat mir sehr viel bedeutet.
Sie war ein Engel auf Erden, der für mich in einer sehr schwierigen Zeit da gewesen war und mich "in Sachen Pferd" wieder auf den richtigen Weg brachte.
Deshalb, Kira, vielen Dank für alles, was Du für mich getan hast. Tracie und Uta, vielen Dank an Euch daß ihr für Kira die letzten 4 Jahre da gewesen seid und ihr ein wundervolles Zuhause geboten habt. Ich denke, schöner als bei euch hätte sie es nirgends haben können!
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