Zwei Tage lang war der Römerhof in Schliengen
Zentrum der südbadischen Westernreitszene. Auf Einladung des VFD Bezirksverband Drei Land, der
Reitanlage Römerhof, des Reit- und Fahrvereins Römerhof trafen sich die wichtigen Vertreter
dieser faszinierenden Art zu reiten auf dem Schliengener Berg. Höhepunkt war eine Gala am
Samstagabend, bei dem die Akteure vor herrlicher Naturkulisse eine phänomenale Harmonie
zwischen Pferd und Reiter demonstrierten. Wichtig war es den Veranstaltern dabei, auch den
nicht szenekundigen Pferdenarren die Hintergründe und Geheimnisse des Westernreitens nahe
zu bringen. Dieses hat, wie Moderator Bernd Prokop betonte, nur wenig Verbindung zum
Cowboymythos. Zwar stammt der Name von der Übernahme bestimmter Elemente er Gebrauchsreiterei
aus der Pionierzeit des amerikanischen Westens, aber im Gegensatz zu Cowboys gilt das Pferd
bei Westernreitern nichts als reiner Gebrauchsgegenstand.
Ein Szenekenner wie Bernd
Prokop, der auch in den USA als Punkterichter bei großen Turnieren herangezogen wird, erkennt
sofort, ob eine Vertrauensbasis zwischen Pferd und Reiter besteht oder ob ein Reiter sein Pferd
nur als Gebrauchsgegenstand verwendet. Welch faszinierenden Leistungen indes möglich sind, wenn
zwischen Pferd und Reiter die richtige Harmonie herrscht, verdeutlichte der Western-Galaabend.
Den ersten Showteil hatten die Tierjournalistin Karin Tillisch und ihr Tiger Horse "Shadow"
inne. Der Schimmel ist Ergebnis eines Rückzüchtungsprogramms, mit dem eine ausgestorbene
Pferderasse des sibirisch-chinesischen Steppengebiets rekonstruiert wird.
Nur etwa 100 Tiere sind weltweit als Vertreter dieser einst zur Tigerjagd verwendeten Pferde
bekannt. Nach Genanalysen wurde der in Schliengen auftretende Wallach als der einzige seiner
Art in Deutschland anerkannt. Das eingespielte Duo symbolisierte mit eindrücklichen
Dressurübungen die hinter dem Westernreiten stehende Philosophie. Mit vernünftigem Training
und Respekt vor dem Pferd und seinen natürlichen Instinkten, lassen sich dem Pferd über 40
Kommandos beibringen, die es unterm Sattel, am langen Zügel oder bei der Bodenarbeit versteht.
Quergänge oder freies Niederliegen ohne Schutz der Herde sind Übungen, die in freier Wildbahn
nicht dem Wesen des Pferdes entsprechen und Beweis einer mehrjährigen Vertrauensbasis zwischen
Pferd und Reiter sind. Diese hat auch Dieter Hämmerle erreicht. Der ehemalige Turnierreiter
verdeutlichte mit Sliding-Stops und anderen Elementen die hohe Kunst des Westerreitens.
Er ritt ein Quarterhorse, dessen markanteste Eigenschaft es ist, "in zwei Sekunden von Null auf
Hundert zu beschleunigen und in einer Sekunde von hundert auf null zu bremsen". Mit gebissloser
Zäumung reagierte das Pferd auf leichteste Zügel- und Gewichtsverlagerungen. Spektakuläre
Einsätze bot Hämmerle am Lasso, mit dem Indianerbogen und beim Reiten über das Feuer. Begleitet
wurde er von Svenja Schmitt, die ebenfalls viel Feingefühl bei der Führung ihres Pferdes
darlegte. Nach der Pause gab es ein weiteres Highlight. Ein von Bernd Prokop geschriebenes und
musikalisch untermaltes Pferdemusical, das das Publikum in eine indianische Traumwelt entführte.
Das Musical "MY FRIEND"
Es ritten mit Silvia und Jana Basler aus Efringen-Kirchen eine deutsche Vize- und eine
baden-württembergische Jugendmeisterin mit. Ebenbürtig standen ihnen Jessica Prokop, deutsche
Vizemeisterin mit dem Team Baden-Württemberg, und ihre Schwester Melanie, beide aus Binzen, zur
Seite.
Zur Geschichte, dass in den USA in einer armseligen Hütte in den Bergen spielt:
Das Mädchen Jessy (gespielt von Jessica Prokop) hat einen sehnlichen Wunsch, sie möchte ein
eogenes besonderes Pferd besitzen und mit den "magic riders" (magische Reiter) zusammen reiten.
Als Jessy wieder einmal über ihrem Pferdebuch eingeschlafen ist, ertönen auf einmal die Stimmen
der "magic riders" die Jessy ihren Wunsch, als Belohnung für ihr angeeignetes Pferdewissen,
erfüllen möchten. Sie müsse beim Aufwachen nur ihren Wunsch laut und deutlich äußern. Nachdem
sie diesen Wunsch geäußert hatte erschien ihr das wilde Indianerpferd von dem sie schon lange
geträumt hatte, und bekundete ihr sein Vertrauen.
Er legte sich vor ihr nieder, damit
sie aufsteigen konnte und dann präsentierte Jessy dem staunenden Publikum, ohne Sattel und
Zaumzeug, eine Einsicht in die Harmonie zwischen Pferd und Reiter (in allen Gangarten). Es war
einfach faszinierend.
Und dann, auf einen Schlag war alles vorbei und Jessy stand ganz
alleine da. Sie glaubte, alles nur geträumt zu haben und wollte schon traurig in ihre einsame
Hütte zurückkehren, als sie "magic riders" wie aus dem nichts mit ihrem Traumpferd an der Hand
auftauchten und Jessy in ihrer Mitte aufnahmen. Von da an war Jessy auch ein "MAGIC RIDER".
Das Publikum war begeistert und in manchen Augen glitzerten Tränen der Rührung. Man kann diese
herrschende Atmosphäre kaum beschreiben, wenn man dies nicht selbst erlebt hat und dabei war.
Die ca. 500 Zuschauer waren sich einig, eine phantastische Darbietung erlebt zu haben und
spendeten tosenden Applaus. Für die vier Akteure.
In den zwei Turniertagen kamen ca.
1500 Zuschauer, um diesen Westernspektakel mit 109 Starts zu zuschauen. Die verschiedene
Westerndisziplinen: Plesure, Trail, Horsemanship, Horse Dog and Trail
(Geschicklichkeitsparcour mit frei laufendem Hund der die gleichen Hindernisse, auf Zuruf
des Reiters, bezwingen musste und Freestyle (einer lustigen Vorführung mit Kostümen und
passender Musik). Der Applaus des Publikum bestätigte uns die Wahl der richtigen Disziplinen
und bedankte sich damit bei den Teilnehmer. Für den Bezirksverband Drei Land, die Reitanlage
und den RFV Römerhof ein gelungenes Wochenende.
Die Veranstalter Johnny Rossetti,
Petra + Christopher Anderlik, Besitzer der Reitanlage Römerhof und der Familie Prokop
(alles Mitglieder im RFV Römerhof und BV Drei Land) zeigten sich zufrieden mit der
Präsentation der Westernreithochburg in Schliengen.
Als nette Geste hatten sie alle
anliegenden Grundbesitzer und Landwirte als Ehrengäste geladen, um sich für die Nutzung
der Landschaft- und Feldwege zu bedanken.
Unser Showteam kann gebucht werden, wendet Euch einfach an uns.
Euer Bezirksverband Drei Land
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Ein herzliches Dankeschön geht an den VFD Bezirksverband Drei Land für
die Genehmigung und Bereitstellung dieses Artikels inklusive der Bilder.
Kontaktadresse: Drei.Land@web.de
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